☀️ Zwischen Balkon-momenten, Erinnerungen und
inneren Fragen
Gedanken zwischen Sommer, Nähe und Sinnsuche
Ich sitze hier in Göttingen bei sommerlichem Wetter auf dem Balkon meines Sohnes, den ich übers Wochenende besuche.
Wir haben ein ganz wunderbares Wochenende mit Spaziergängen, Stadtbummel, leckerem Essen und gaaanz lange Gespräche ( die ich liebe🥰).
Ich hänge meinen Gedanken nach, und bemerke, wie Erinnerungen und Fragen miteinander verwoben sind. Vielleicht sind es auch die Gespräche der letzten Tage. Immer wieder frage ich mich: Wieso mache ich das, was ich mache? Warum begleite ich diese tollen Menschen? Was erfüllt mich daran? Und weshalb ist es mir ein so großes Bedürfnis, neurodivergente Menschen in ihrem Sein zu unterstützen, sie auf ihrem Weg zu begleiten und zu bestärken – auch wenn ihr Weg kurviger, schiefer, ungerader ist als der Weg, den „die meisten“ gehen. 🛤️
Muttersein als Lehrmeisterin 💛
Was mich das Leben mit einem feinfühligen Kind gelehrt hat
Ich merke in meiner Arbeit, wie sehr mich das Muttersein geprägt hat. Wie es ist bzw war, ein hochbegabtes und sehr feinfühliges Kind zu begleiten. Es war herausfordernd. Es war lehrreich und sooo schön. Ich möchte es im Leben nicht anders haben, denn all das Erlebte, all die Erfahrungen, alle Herausforderungen, alle Widerstände, die einem in einer neurotypischen Welt begegnen, gehörtem zu meinem Lebensweg, damit ich genau da sein kann, wo ich jetzt bin.
😅Und dennoch hätte ich gerne einiges anders gemacht, in bestimmten Situationen mit meinem Sohn anders reagiert, Und auch das gehört zum Leben dazu. Ich kann auch den Menschen, die zu mir kommen, nicht ersparen, ihre eigenen manchmal schmerzhaften Erfahrungen zu machen.
Aber ich kann ihnen helfen, ein anderes Verständnis zu entwickeln. Für sich selber und somit auch für die Kinder / Jugendlichen.
Kinder spiegeln auch unsere eigenen inneren Themen
✨Eltern von neurodivergenten Kindern wissen, wie es ist, wenn ein Kind nicht in die üblichen Schubladen passt, voller Gegensätze ist, seinen eigenen Kopf hat und uns Situationen schenkt, auf die uns niemand vorbereitet. Niemand bringt uns bei, „richtig“ mit einem Kind umzugehen. Es gibt keine geheime Anleitung. Wir haben unser Herz, unser Bauchgefühl, unsere Intuition.
✨Gleichzeitig tragen wir als Eltern oft so viel Ungesehenes, Ungeheiltes, Unbewusstes in uns, dass unsere Kinder uns spiegeln – manchmal zärtlich, manchmal schmerzhaft. „Triggern“ ist ein abgenutztes Wort, und doch trifft es etwas Wesentliches: Kinder halten uns einen Spiegel vor. Wenn wir bereit sind hineinzuschauen, Verantwortung für unsere Gefühle zu übernehmen und aufzuhören, ein anderes Wesen – erst recht nicht unser Kind – dafür verantwortlich zu machen, passiert etwas Grundlegendes. Das ist für mich der wichtigste Schritt im Umgang mit unseren Kindern. 🪞
Die Freiheit, man selbst zu sein 🌿
Wenn Anderssein lange keinen
Platz hatte
Viele von uns – meine Generation und die unserer Eltern – haben nicht gelernt, wir selbst zu sein. Wir haben nicht gelernt, dass wir genauso richtig sind, wie wir sind. Dass wir uns frei entfalten dürfen. Das System, die Gesellschaft, hat das lange nicht vorgesehen. Und als hochbegabte / autistische Menschen haben wir meisten keine Beachtung gefunden. Insbesondere dann nicht, wenn es nicht offensichtlich war. Offensichtlich in die eine Richtung (krank, abweichend, störend, etc) oder in die andere ( Genie, Überflieger etc).
So waren wir in der Regel „nur“ anders, komisch, schräg, nicht dazu gehörig, falsch, zu laut, zu leise etc und mit „masking“ oft einfach unauffällig.
Die Chance, sich selbst durch die eigenen Kinder zu erkennen
✨Heute ist vieles offener, und doch gibt es Barrieren. Selbst Menschen, die sich tolerant nennen, haben ihre Schubladen. Und gleichzeitig liegt darin eine Riesenchance: insbesondere, wenn wir Kinder haben. Diese Kinder bringen uns – auch wenn das nicht ihre Aufgabe ist – in Kontakt mit uns selbst. Wenn wir ehrlich sind, sehen wir uns selbst in unseren Kindern. Öffnen wir uns für diesen Blick, entdecken wir Wundervolles – bei uns und bei ihnen. Es gibt nichts Schöneres, als dem eigenen Kind zu vermitteln, dass es genau richtig ist, wie es ist – mit allen Facetten, Talenten, kleinen und großen Macken und Ticks. Genau das macht meine Arbeit mit neurodivergenten Menschen so schön. 🌟
Warum Jugendliche mein Herz berühren
💫
Der Möglichkeitsraum junger Menschen
Über die Jahre durfte ich sehr viel lernen – auch in Gesprächen mit meinem Sohn. So kamen irgendwann auch immer wieder Jugendliche in meine Praxis, die Unterstützung brauchten. Die Arbeit mit jungen Menschen ist anders als mit erwachsenen, spät entdeckten Neurodivergenten, Hochbegabten, Autist:innen. Jugendliche stehen noch am Anfang ihres Lebensweges. Da ist so viel Möglichkeitsraum. „Rechtzeitig“ ist vielleicht nicht das richtige Wort – ich glaube zutiefst, dass Veränderung in jedem Lebensalter möglich ist –, doch es ist oft leichter, weil weniger Schichten aus Masken und Anpassungen verhärten mussten.
Zwischen Identitätssuche und Anpassungsdruck
😰Gleichzeitig ist es für Jugendliche besonders herausfordernd, weil sie mitten im System sind: Schule, Ausbildung, Peers, Familie. Wenn dort die Unterstützung fehlt, wird es anstrengend. Pubertät, Selbstsuche, das Ringen um Identität – „Fisch oder Fleisch oder keins von beidem?“ – das alles passiert parallel zum Alltag, zu Leistungsanforderungen, zu Erwartungen. Und wenn im Elternhaus kein Raum für diese Suche ist, wird der Weg steinig. Sich auf den eigenen Weg zu machen, ruft oft Kritik und Widerstand hervor. Für Jugendliche kostet das Mut – und es braucht Verbündete. 🧭
Warum ich (vorerst) aufgehört habe, mit Jugendlichen zu arbeiten 🚦
Wenn Unterstützung eigentlich Veränderung des Kindes meint
Es ist mir nicht leichtgefallen, aber irgendwann habe ich entschieden, nicht mehr mit Jugendlichen zu arbeiten. Nicht, weil die Arbeit nicht wundervoll wäre – im Gegenteil. Diese Stunden waren oft voller Licht, Freude, Begeisterung. Wenn die Verbindung da war, haben mir diese jungen Menschen einen Einblick in ihr Denken erlaubt, in ihr Sein. Das war ein Geschenk.
Der wichtigste Grund für meinen Schritt: die Zusammenarbeit mit Eltern. Viele Eltern sind unterstützend. Andere kommen mit dem Wunsch, dass ihr Kind „repariert“ wird. Dass es leichter wird, umgänglicher, besser anpassbar – in das Familiensystem, in ihr eigenes Denken, in das gesellschaftliche System, in die Schule.
Mein Blick auf Neurodivergenz und das therapeutische System
Hier beginnt die Schwierigkeit. Das therapeutische System erzählt häufig die Geschichte von Störungen, Symptomen, Behandlungsbedürftigkeit,
Normabweichungen und Heilung. Das ist nicht mein Blick. Ja, es gibt psychisches Leid, Erkrankungen, Verhaltensweisen, die uns krank machen – und ja, manchmal ist klassische Therapie nötig. Doch mein Fokus bleibt auf dem ganzen Menschen. Wenn Eltern Neurodivergenz, Hochbegabung, Autismus, ADHS, Dyskalkulie, Dyslexie nicht wirklich kennen, sondern nur das Nicht-Funktionieren ihres Kindes sehen, kollidieren Erwartungen. Dann passen die Fragen, die ich stelle, und die Antworten, die ich geben kann, nicht zu dem, was diese Eltern gewohnt sind. 🧩
Der zarte Keim – und wie schnell er zertreten werden kann 🌱
Veränderung braucht Schutz und Zeit
Was in Sitzungen entsteht, ist oft ein Samenkorn: eine Entdeckung, ein erster Kontakt mit der eigenen Wahrheit. Es braucht Zeit, Erfahrungen, Wiederholung, um im Gehirn neue Pfade zu bauen. Wenn Jugendliche damit nach Hause kommen und erfahren, dass das nicht gewollt ist, weil es nicht den Vorstellungen der Eltern entspricht, wird dieser zarte Keim schnell zertreten.
Und wir können nicht an einem Keimling ziehen, damit er schneller wächst. Das gilt für Pflanzen ebenso wie für Menschen. Wenn Jugendliche sich öffnen und jemand dann – aus Unverständnis oder Angst – mit „schwerem Gerät“ in diesen Innenraum fährt, schließen sie sich eher wieder.
Wenn Jugendliche zwischen allen Fronten stehen
Zuhause müssen sie dann oft Rechenschaft ablegen: „Was habt ihr gemacht? Bringt das überhaupt was?“ Jugendliche rutschen in einen Zwiespalt. Um ihr Überleben in ihrem Umfeld zu sichern, geben sie Eltern manchmal genau die Rückmeldung, die diese hören wollen – und machen das, was sie selbst gerade für sich entdeckt haben, klein. Das führt dazu, dass ich zwischen die Stühle gerate. Eltern empfinden mich als unbequem, vielleicht sogar als „aufhetzend“. Und das ist das Letzte, was ich möchte. ⚖️
Das ideale Dreieck – wenn alle an einem Strang ziehen 🤝
Zusammenarbeit statt Gegeneinander
Optimal ist, wenn ich als verbindendes Element wirken kann: zwischen Jugendlichen und Eltern, manchmal auch zwischen Familie, Schule, Klinik oder anderen Therapeut:innen. Dann entsteht ein Raum, in dem niemand Feind ist, niemand Angreifer, sondern in dem Neues sichtbar werden darf.
Wenn Potenzial sichtbar werden darf
In dem Eltern plötzlich das Potenzial ihres Kindes sehen – und vielleicht das in sich selbst, was damals nicht gesehen werden durfte. In dem das Kind erkennt, was in ihm liegt, ohne funktionieren zu müssen. Denn es ist nicht Aufgabe des Kindes, Erwartungen zu erfüllen. Es ist Aufgabe der Eltern, das Kind in seiner Entfaltung zu begleiten. Wenn Eltern bereit sind, diesen Raum zu halten, als Team zu agieren, entsteht etwas Heilsames. 💡
Wenn andere Schritte dran sind 🛟
Stabilität kommt manchmal vor Entwicklung
Oft habe ich gemerkt: Ein junger Mensch braucht zuerst Schutz und Stabilität – ein gesichertes Umfeld, eine klinische Stabilisierung, eine engmaschige Begleitung. Dann sind andere Schritte dran: Entgiftung bei Substanzthemen, stationäre Behandlung, Gruppen mit Gleichaltrigen, ein Ort zum Durchatmen.
Verantwortung heißt nicht,
alles zu tun
Das anzuerkennen gehört für mich zu verantwortungsvoller Arbeit. Verantwortung heißt, nicht alles zu tun, nur weil ich es könnte – sondern das zu tun, was jetzt gut ist. Für den Menschen, der vor mir sitzt. ✔️
Der Blick hinter die Mauern 🧱➡️🌈
Hinter Symptomen liegt oft eine Geschichte
Viele jugendliche Lebensläufe sind von Traumata gezeichnet, von selbstverletzendem Verhalten, Substanzgebrauch, Verweigerung, Aggression, Zusammenbrüchen. Außen sieht man die Mauer: Symptome, Diagnosen, Widerstand. Dagegen wird dann „gekämpft“. Ich verstehe die Not darin, aber mein Blick geht – so gut ich kann – durch die Mauer hindurch.
Ich sehe das dahinter: Schutz, Sinn, Geschichte, Bewältigung. Etwas, das überlebt hat. Etwas, das gesehen werden will, bevor es sich verändern kann.
In einem System, das Formulare, Codes und definierte Begrifflichkeiten verlangt, ist es schwer, über Leuchten, ursprüngliches Selbstbewusstsein (sich seiner selbst bewusst sein), multidimensionale Wahrnehmung oder innere Bilder zu schreiben. Für manche klingt das „poetisch“, für andere „esoterisch“. Und manchmal ist es tatsächlich schwer, diese Zustände in Worte zu fassen. Aber sie sind real. Sie sind die Lebenswirklichkeit vieler neurodivergenter Menschen. 🌌
Die Seile in meinem Kopf
🧠🪢
Wie mein Denken Bilder und Verbindungen webt
Während ich schreibe, webt mein Inneres Bilder. Mehrere Filme laufen parallel: Situationen aus Sitzungen, Gespräche mit meinem Sohn, Momente der Klarheit und des Zweifelns. Dann wird meine Sprache langsamer. Ich sortiere Stränge.
Vom Aufdröseln und Neuverweben
Manchmal habe ich das Bild eines dicken Taus vor Augen: ein großes Thema, das ich in einzelne Seile aufdrösele – um sie später wieder zu etwas Neuem, Stabilem zu verflechten. So fühlt es sich an, wenn ich versuche, euch mitzunehmen in meine Innenwelt. Wenn du ähnlich denkst, kennst du das vielleicht. Und auch, wenn du anders denkst: Vielleicht spürst du trotzdem das Anliegen, das darunterliegt. ✍️
Eigene Jugend, eigenes Muttersein – zwei Quellen, ein Fluss 🕊️
Erinnerungen, die bis heute nachwirken
Ich bin 55. Und doch sind meine Erinnerungen an die Zeit dazwischen – zwischen „nicht mehr Kind“ und „noch nicht erwachsen“ – lebendig. Worte aus dieser Zeit sitzen tief. Bewertungen und Sätze, die uns in unserer größten Verletzlichkeit treffen, prägen sich ein.
Erfahrungen, die heute mein Verständnis prägen
Am schlimmsten ist es, wenn sie von den Menschen kommen, die uns am nächsten sein sollten. Ich gehe hier nicht ins Detail – das hat Raum an anderer Stelle –, denn heute geht es um die jungen Menschen, mit denen ich arbeiten durfte. Wichtig ist mir nur zu sagen: All das, was ich erlebt und in den letzten Jahrzehnten bearbeitet habe, fließt in mein Verständnis ein. Und natürlich fließen die Erfahrungen mit meinem Sohn mit ein: Kindergarten, Schule, die Klassiker und die Nicht-Klassiker. Ich habe Fehler gemacht. Heute weiß ich, wie es auch gehen kann. Das schenkt mir Demut. Und es ermöglicht mir, mit Eltern auf Augenhöhe zu sprechen – nicht belehrend, sondern teilend. 🫶
Wenn Eltern offen sind, passiert Magie
✨
Beziehung statt Kontrolle
Gespräche mit Eltern liebe ich, wenn sie offen sind. Wenn sie spüren: „Da ist auch etwas bei mir anzuschauen.“ Wenn sie bereit sind, das Verhältnis zu ihrem Kind neu zu denken. Wenn sie begreifen, dass ihre Aufgabe nicht Kontrolle, sondern Beziehung ist.
Wenn Kinder Wurzeln und Flügel bekommen
Nicht Bewertung, sondern Wahrnehmung. Nicht Kontrolle, sondern Vertrauen. Dann kann etwas ganz Neues entstehen. Dann darf ein Kind lernen, dass es verwurzelt ist – und wachsen lernen, Flügel auszubreiten. Das ist für mich das Schönste: wenn ein, zwei, drei Lebensgeschichten in eine Richtung kippen, die mehr Freiheit, mehr Vertrauen, mehr Menschlichkeit bedeutet. 🌱🕊️
Die Realität im Hilfesystem – meine Gratwanderung 🧭
Zwischen Diagnosen und echtem Hinschauen
Ich habe mit Kliniken gesprochen, mit Ärzt:innen, Therapeut:innen, mit Schulen. Ich wollte Brücken bauen. Manchmal ist das gelungen. Manchmal nicht. In Systemen, die stark über Symptome und Diagnosen organisiert sind, bleibt der Blick hinter die Mauer manchmal unsichtbar.
Zwischen Menschlichkeit und Rahmenbedingungen
Berichte, die nicht in die Standardform passen, werden überlesen oder abgewertet. Das ist bitter, vor allem, wenn es sich auf die Jugendlichen auswirkt. Und ja, auch ich bewege mich in Rahmenbedingungen, die Regeln kennen. Zwischen dem Wohl des Menschen und der eigenen beruflichen Absicherung balancieren zu müssen, hat mich wütend gemacht – und vorsichtig. 🔎
Nie „nie“ sagen 🔁
Offen bleiben für echte Zusammenarbeit
Ich habe gesagt, dass ich nicht mehr mit Jugendlichen arbeite. Und gleichzeitig sage ich: Sag niemals nie. Wenn ich Eltern begegne, die bereit sind, mitzugehen, hinzuschauen, Verantwortung zu übernehmen – für ihr eigenes Erleben, für ihr eigenes Gewordensein, für den Raum, den sie zuhause schaffen –, dann bin ich die Letzte, die sich verschließt.
Gemeinsam statt gegeneinander
Dann bin ich gerne wieder Teil eines Teams. Denn das ist die Bedingung: Wir gehen gemeinsam. Nicht Kind gegen Eltern, nicht Eltern gegen Kind, nicht „Therapie“ gegen „Alltag“. Sondern ein Miteinander, das trägt. 🤗
Wie Veränderung wirklich wächst 🌧️➡️🌤️
Entwicklung verläuft nicht geradlinig
Veränderung wächst nicht linear. Sie stolpert. Sie fällt. Sie steht wieder auf. Hindernisse gehören dazu, ebenso wie Zweifel, Wut, Resignation, Mut und Freude.
Jugendliche tragen ihre Wahrheit bereits in sich
Jugendliche haben die Weisheit in sich – wirklich. Sie wissen tief drinnen, was ihr Weg ist. Manchmal brauchen sie nur einen Raum, der still genug ist, um die eigene innere Stimme wieder zu hören. Und Erwachsene, die ihnen zutrauen, diese Stimme ernst zu nehmen. 💬
An die Jugendlichen 💬
Ihr müsst nicht funktionieren, um wertvoll zu sein
Ihr seid richtig. Genau so. Mit all euren Facetten, eurem Denken, Fühlen, Wahrnehmen. Eure Wege sind nicht krumm – sie sind eure Wege. Ihr müsst niemandem beweisen, dass ihr „funktioniert“
Euer Licht ist nicht verhandelbar
Ihr dürft lernen, euch zu mögen in eurer Eigenart. Ihr dürft neugierig bleiben. Ihr dürft laut sein oder leise. Ihr dürft Grenzen setzen. Ihr dürft euch irren. Ihr dürft wachsen. Euer Licht ist nicht verhandelbar. ✨
An die Eltern 🧡
Kinder brauchen Beziehung, keine Optimierung
Euer Kind ist nicht euer Projekt. Es ist ein eigener Mensch. Eure wichtigste Aufgabe ist nicht Disziplinierung, sondern Beziehung. Nicht Bewertung, sondern Wahrnehmung. Nicht Kontrolle, sondern Vertrauen.
Ihr könnt heute neue Wege gehen
Ja, ihr seid müde. Ja, es ist anstrengend. Und ja, ihr seid geprägt von dem, was ihr selbst nicht bekommen habt. Genau deshalb seid ihr so wichtig: weil ihr heute anders handeln könnt. Weil ihr Wurzeln schenken könnt, damit Flügel wachsen. 🌳🕊️
An das System 🏛️
Diagnosen sind Karten, keine Wahrheit
Menschen sind keine Checklisten. Diagnosen können hilfreich sein – als Landkarte. Aber sie sind nicht das Land.
Hinter jedem Symptom steckt Sinn
Wer neurodivergente Menschen begleiten will, braucht beides: Kenntnis der Landkarte und den Mut, mit offenen Augen durch das Land zu gehen. Hinter jeder Mauer ist eine Geschichte. Hinter jedem Symptom ist Sinn. Hört zu. Fragt anders. Lasst euch überraschen. 👂
Mein Fazit und ein Bild zum Mitnehmen
🎯
Warum ich aufgehört habe – und trotzdem offen bleibe
Ich liebe die Arbeit mit Jugendlichen. Sie hat mich so oft staunen lassen. Und ich habe aufgehört, weil der Preis zu hoch wurde, wenn das Umfeld nicht mitging. Ich habe aufgehört, um ganz bei meiner Art von Arbeit bleiben zu können – in der Tiefe, im Respekt, im Vertrauen. Ich habe aufgehört, um ehrlich zu bleiben. Und ich bin offen für Ausnahmen, wenn die Bedingungen stimmen.
Das Buffet des Lebens
Zum Schluss ein Bild: Stell dir ein großes, buntes Buffet vor. Ein Potpourri aus Erfahrungen, Bildern, Metaphern, Anekdoten, Werkzeugen. Du bist eingeladen, dir zu nehmen, was dir guttut. Du musst nicht alles essen. Du darfst kosten, verändern, neu würzen, weglegen, noch einmal probieren. Dein Leben, dein Geschmack, dein Tempo. Ich stelle den Tisch bereit. Du entscheidest, was dich nährt. 🍽️🌸
Und vielleicht – ganz vielleicht – reicht manchmal ein einziger, kleiner Bissen, um dich wieder an deine eigene Kraft zu erinnern. Genau dann hat alles Sinn gemacht. ✨