"Typische" Merkmale, Verhaltensweisen, Denkmuster bei Hochbegabten/Hochsensitiven / Hochbewussten / Autisten
Neurotypische Menschen halten Sie für ruhig, zurückhaltend, schüchtern, introvertiert. Mit anderen Neurodivergenten Menschen können Sie richtig aufdrehen, sind gesellig, redselig, aufgeschlossen, extravertiert etc
Sie haben vielleicht schon immer das Gefühl gehabt, anders zu sein und bekamen/bekommen auch diese Rückmeldungen von Ihrem Umfeld
Sie fühlen sich fremd in dieser Welt - wie von einem anderen Stern
Sie fühlen sich oft unverstanden und verstehen sich manchmal selber nicht
Sie Stellen sich die Frage "Wer bin ich eigentlich ?"
Sie haben sich für Themen interessiert und tun es noch, mit denen andere gar nichts anfangen konnten/können
Aussen funktionieren Sie, Innen droht der Zusammenbruch
Sie fühlen sich zu einigen wenigen Menschen hingezogen, verstanden und gesehen, so wie Sie sind. Hochbegabte haben "Antennen" für Gleichgesinnte und finden sich, ohne dass das H-Wort ausgesprochen wird. Es ist eine Verbindung da.
Sie verabscheuen spontanen Besuch oder plötzliche Planänderungen
Es fällt Ihnen schwer, Freundschaften zu pflegen (wie Neurotypische)
Sie haben Ihr Umfeld schon als Kind mit vielen Fragen "gelöchert" (Sinnfragen, die keiner zufriedenstellend beantworten konnte/kann)
Sie waren/sind neugierig und kritisch, für andere auch oft unbequem
Sie fühlen sich nirgendwo wirklich zuhause
Sie stoßen häufig auf Ablehnung und Unverständnis, haben Mobbing erfahren
Sie haben einen Lebenslauf voller sog. Lücken und Sprünge (Abwechslungsreich)
Sie haben einen hohen Anspruch an sich (Achtung ! ...im Vergleich mit anderen Menschen, die es auch als Perfektionismus bezeichnen) und neigen dazu, eher das zu sehen, was Sie nicht können
Sie haben viele wechselnde Interessen/begeistern sich schnell für Neues,
Bei Ihnen war vieles früher und schneller (Sprechen, Laufen, Lesen etc)
Sie verfügen über eine schnelle Auffassungsgabe
Sie haben eine sehr gute Beobachtungsgabe (nehmen Details wahr)
Sie leben manchmal riskant und extrem (Sport, Partnerschaften, Alkohol/Drogen)
Sie haben einen ungewöhnlichen oder keinen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus
Sie ernähren sich unregelmäßig und vergessen manchmal regelrecht Ihren Hunger
Sie haben ein sprunghaftes Denken können jedoch nicht spontan antworten
Sie leiden unter Stimmungsschwankungen (von einem Extrem ins andere)
Sie sind genervt von "small talk" und wünschen sich tiefgehenden Austausch mit Menschen
Sie fühlen sich (meistens) unwohl in großen Menschenmassen und ziehen sich gerne zurück
Sie wirken auf andere manchmal arrogant/überheblich
Sie haben (teilw.) ausgeprägte Sinneswahrnehmungen (hören, riechen, schmecken, sehen, spüren) , "Überempfindliche" Sinne, Überreaktion auf Reize (Lärm, Kleidung), Schwierigkeiten, Eindrücke zu sortieren (Reizüberflutung)
Sie denken in Bildern und haben eine ausgeprägte Phantasie
Sie sind hellsichtig/hellfühlig, nehmen die Stimmung anderer wahr oder haben Vorahnungen
Sie reagieren sehr sensibel auf Medikamente/alternative Heilmittel
Sie können schlecht Entscheidungen treffen und/oder ändern oft ihre Meinung
Sie fühlen sich eng mit der Natur und Tieren verbunden
Sie sind schnell gelangweilt, unkonzentriert und schweifen mit den Gedanken ab
Sie haben einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit
In Ihrer Familie gibt es hochbegabte Menschen
Sie merken oft zu spät, wenn Sie Ihre eigene Grenze (Arbeit, Sport, Anzahl sozialer Kontakte) überschritten haben (Meltdown, shutdown)
Sie erleben sich selber (Handlungen, Wünsche, Bedürfnisse) oft als widersprüchlich (z.B. einerseits Wunsch nach Abwechslung vs Rückzugsbedürfnis
Sie wissen oft schon vorher, was Andere sagen wollen und werden schnell ungeduldig
Es fällt Ihnen häufig schwer, Hierarchien und sog. "Autoritäten" (Vorgesetzte, Lehrer, Trainer, Ärzte etc.) anzuerkennen/ zu respektieren und "Anweisungen" (ohne Gegenargumente/Hinterfragen) entgegen zu nehmen
Sie haben (oft jahrelange) Erfahrung mit Therapeuten / Ärzten und fühlen sich dort nicht verstanden/gesehen
Es gibt keine eindeutige Diagnose, für das, was Sie haben/sind (möglicherweise sind Diagnosen wie Depression, Borderlinestörung oder Bipolare Störung, Persönlichkeitsstörung gestellt worden)
Sie wirken häufig melancholisch, nachdenklich, mit "abwesendem" Blick
Es fällt Ihnen schwer, mit anderen Menschen in einen engen Kontakt zu kommen, sich zu öffnen. Sie wirken auf andere introvertiert / menschenscheu sogar ablehnend
Sie haben nur wenige, vielleicht 1 oder 2 engste Freunde
Sie brauchen viel Zeit für sich und ziehen sich gerne zurück
"komisch", merkwürdig", "eigenartig", "schräg", "weird", "abgehoben", "arrogant", "unberechenbar", "phlegmatisch", "überdreht", "egoistisch", "distanziert" uvm haben Sie schon oft über sich gehört
Sie fühlen sich zu einigen wenigen Menschen hingezogen, verstanden und gesehen, so wie Sie sind. Neurodivergente Menschen haben "Antennen" für Gleichgesinnte und finden sich, ohne genau zu wissen, warum. Eine Verbindung ist da.
Sie sind spirituell interessiert und spüren, dass es mehr gibt, als Sie erklären können. Es ist, als hätten Sie eine "universelle Verbindung"
(behalten das aber für sich)
Essen/Nahrungsaufnahme kann herausfordernd sein (abhängig von Umgebungsbedingungen, Konsistenzen uvm)
"Stimming" Sie haben ungewöhnliche Verhaltensweisen, Vorlieben, "Tics" (beruhigende Wirkung , bei Reizüberflutung) wie z.B.
- an Fingern/Nägeln pulen - Fuß/Beinwackeln - Sonnenbrille /Kopfhörer tragen
- auf der Innenseite der Wangen kauen
Es fällt Ihnen schwer, um Hilfe zu bitten
Sie haben eine sehr gute Intuition und trauen Ihrem Gefühl jedoch oft nicht
Sie waren/sind das "schwarze Schaf" / der/die Unbequeme in der Familie weil Sie die Spielchen der anderen durchschauen
T-Rex-Arme (nicht nur beim Schlafen)
uvm
Nur am Rande erwähnt...äußere Merkmale, die mir immer wieder auffallen: Neurodivergente Persönlichkeiten wirken jünger, haben einen wachen oder abwesenden Blick , (oft) strahlende Augen, wirken manchmal geheimnisvoll, nicht greifbar, distanziert auf andere (hauptsächlich neurotypische!) Menschen
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Aussagen hochbegabter/neurodivergenter Patient/innen und Klient/innen
Ich bekomme diese Sätze immer wieder so oder so ähnlich zu hören und sie decken sich mit den allgemein bekannten Merkmalen, Denk- und Verhaltensweisen von Autisten, Hochbegabten (und hochsensiblen, hochsensitiven), also neurodivergenten Menschen.
Diese Aussagen kommen sowohl von Menschen, die bereits wissen, dass sie neurodivergent sind oder sein könnten als auch von denjenigen, die mit ihren Sorgen zu mir kommen und wir dann gerade aufgrund dieser Aussagen, Gefühle und Erfahrungen
zu der Vermutung kommen, dass eine Neurodivergenz vorliegen könnte. Meistens haben sie sich auf meiner Seite in vielerlei Hinsicht widererkannt.
In meinem Kopf ist nie Ruhe.
Meine Gedanken stehen nie still.
Ich habe sehr empfindliche Sinne - es ist so anstrengend. Es ist zu laut, riecht intensiv und ich werde schnell unruhig, nervös und aggressiv. Ich habe dann
Angst vor einer Panikattacke.
Ich fühle mich sehr unwohl in Menschenmassen.
Ich habe Angst, die Kontrolle zu verlieren.
Am wohlsten fühle ich mich in der Natur.
Ich kann mich nicht entscheiden.
Ich fühle mich anders als andere.
Da ist so ein Gefühl, das ich nicht beschreiben kann.
Ich weiß, es klingt arrogant, aber ich habe immer das Gefühl, über allen anderen zu stehen.
Ich fühle mich, als käme ich von einem anderen Planeten.
Ich bin ein bißchen autistisch.
Niemand versteht mich.
Ich weiß oft schon vorher was passiert.
Ich werde hier zum ersten Mal verstanden.
Ich spüre, wenn etwas nicht stimmt oder wenn mich jemand anlügt.
Ich hasse Ungerechtigkeiten.
Ich bin sehr kritisch mit mir selber.
Ich habe einen hohen Anspruch an mich.
Ich kann schlecht um Hilfe bitten.
Ich möchte gerne Menschen treffen, die so sind wie ich.
Ich fühle mich einsam obwohl ich auch gerne alleine bin.
Ich galube, ich bin nicht beziehungsfähig.
Ich bin immer so ungeduldig.
Die anderen sind immer so langsam.
Ich fühle mich immer für alles verantwortlich.
Normale Gespräche langweilen mich.
Ich denke viel über den Sinn des Lebens nach. Ich mag philosophische Gespräche.
Manchmal ist es, als würde ich von oben auf das Weltgeschehen blicken. Es macht mich wahnsinnig, mit anzusehen, wie die Menschen sind.
Wenn mich etwas begeistert, vergesse ich alles um mich herum.
Ich habe manchmal gar keine Meinung zu einem Thema (da ich nicht alle Seiten/Fakten kenne).
Ich bringe nichts zu Ende oder fange viele Dinge gleichzeitig an.
Ich kann mich schlecht konzentrieren.
Ich bin manchmal zu blöd, um XXX zu kapieren.
In der Grundschule war ich noch sehr gut und danach ging es bergab.
Ich war als Kind wild, neugierig und anstrengend.
Ich wurde (und werde) gemobbt.
Ich weiß nicht, welcher Beruf der richtige ist.
Ich habe schon mehrere Ausbildungen/Studiengänge gemacht und immer wieder abgebrochen.
Ich habe das Gefühl, nie anzukommen.
Ich fühle nur, dass ich lebe, wenn ich mich (körperlich) verausgabe.
Ich neige dazu, alles extrem oder gar nicht zu machen.
Ich habe starke Stimmungsschwankungen.
Die meisten Menschen finden mich komisch.
Ich erkenne mich in meinen Kindern wieder.
Ich kann mich niemandem so richtig anvertrauen.
Da ist dieses permanente Gefühl, mit angezogener Handbremse zu fahren.
Ich bin Perfektionist und verliere mich in Details.
Ich habe immer das letzte Wort.
Ich muss immer stark sein.
Ich bin bestimmt nicht hochbegabt.
Manchmal denke ich, ich bin verrückt.
Ich ziehe mich gerne zurück und kann gut mit mir alleine sein.
Ich komme abends nicht zur Ruhe und schlafe spät ein.
In Gruppen habe ich oft als Erste/r gute Ideen, bringe aber kein Wort raus. Dann ärgert es mich, wenn andere viel später die Idee aussprechen und dafür gelobt werden.
Ich kann nicht spontan antworten , ich bin nicht schlagfertig.
Ich sehe/ahne Dinge voraus und habe oft irgendwann später den Gedanken "Hab ich's doch gewusst".
Ich möchte nicht hochbegabt sein sondern einfach ganz normal.
Hochbegabung hat für mich keine Vorteile.
Ich weiß jetzt, wie ich meine Hochsensibilität nutzen kann.
Ich weiß, ganz egal, wie schwierig es gerade ist, es wird alles gut.
Ich rede nicht über meine Hochbegabung, da es meistens auf Unverständnis oder Ablehnung stößt.
Ich höre Sprüche wie "Wieso kannst / weißt du das nicht ? Ich denke, du bist so schlau ?"
Die Leute glauben, ich halte mich für was Besseres. Manchmal fühlt es sich auch tatsächlich so an. Ich schäme mich für meine Gedanken.
Ich kann nicht damit umgehen, was in der Welt geschieht. Ich fühle mich so hilflos.
Ich habe schon so viele Therapien gemacht aber nichts hat wirklich geholfen.
Ich habe Angst, ertappt zu werden, fühle mich wie eine Hochstaplerin. Vielleicht bin ich gar nicht so intelligent.
Ich habe Angst vor einem Intelligenztest. Was ist, wenn "durchfalle"?
In der Schule /in Vorträgen etc tauche ich manchmal einfach in meine Gedanken ab. Ich bin dann wie weggetreten.
Ich gehörte immer zu den Besten in der Schule und wurde Streber/in genannt aber ich habe nichts für die Noten getan.
Plötzlich ergibt alles Sinn (Wissen um die Neurodivergenz ändert den Blick auf die Vergangenheit)
Ich habe die Verbindung zu mir verloren
und viele, viele mehr
Diese Aufzählungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, jedoch finden sich die meisten neurodivergenten (hochbegabten, autistischen) Menschen, mit denen ich in meiner Praxis arbeite, hier wieder. Vielleicht geht es Dir ähnlich wie dem Entchen in dem Märchen von Hans Christian Andersen
"Das hässliche Entlein".
Berührt Dich die Geschichte auch so wie mich ? Als Kind hab ich Rotz und Wasser geheult und konnte mich so sehr in das Entenküken hineinversetzen. Inzwischen lebe ich das Leben eines Schwans.
Ich empfehle gerne
Bücher,
in denen Du viele solcher ungewöhnlichen Lebensläufe (die Deinem möglicherweise ähneln), nachlesen kannst, um zu sehen, dass Du nicht alleine bist mit Deinem So-Sein. Ausserdem findest Du Hier
hilfreiche Kontakte (z.B. für Diagnostik)
Und natürlich kannst Du auch gerne über
mein Leben "Biografie" nachlesen und über
meine Art mit Dir zu arbeiten, denn ich halte es für wichtig, dass Du weißt, wer ich bin, wenn wir gemeinsam auf die Reise gehen. Wenn noch Fragen offen sind, hab keine Scheu, mich zu fragen.
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