Zumindest körperlich.
Mein Gehirn hatte offensichtlich andere Pläne.
Kennst du das?
Du schlägst die Augen auf und hast das Gefühl, jemand hat oben im Kopf mit einem Schlag das komplette Flutlicht eingeschaltet.
Nicht langsam.
Nicht Stück für Stück.
Nicht erst einmal gemütlich ankommen.
Sondern zack.
Alles gleichzeitig.
Gedanken.
Fragen.
Ideen.
Erinnerungen.
Bilder.
Verbindungen.
Als würden sämtliche Synapsen gleichzeitig beschließen, heute besonders motiviert zu sein.
Und während ich da saß, kam mir wieder der Gedanke, weshalb ich diesen Podcast eigentlich angefangen habe.
Denn genau solche Momente wollte ich ursprünglich teilen.
Nicht die perfekt vorbereiteten.
Nicht die geschniegelt und gebügelten.
Nicht die, bei denen jeder Satz vorher geplant wurde.
Sondern genau diese Augenblicke mitten aus dem Leben.
Wenn Gedanken entstehen.
Wenn Fragen auftauchen.
Wenn ich selber noch gar nicht weiß, wohin mich ein Thema eigentlich führen wird.
Ich wollte nie einen perfekten Podcast machen ☕
Vielleicht wirkt das manchmal unprofessionell.
Zumindest würden manche Menschen das vermutlich so sehen.
Es gibt Podcasts mit klarer Struktur, mit Skripten, mit Einspielern, mit festen Abläufen.
Und dann gibt es mich.
Ich sitze hier morgens um fünf Uhr mit halb belegter Stimme und rede über Dinge, die mir gerade durch den Kopf gehen.
Und weißt du was?
Genau das war von Anfang an die Idee.
Ich wollte mich gar nicht zu sehr von anderen beeinflussen lassen.
Nicht ständig überlegen, wie man etwas machen müsste.
Nicht vergleichen.
Nicht analysieren.
Nicht optimieren.
Denn ich glaube, viele von uns verbringen ohnehin schon genug Zeit damit, sich anzupassen.
Vor allem dann, wenn man neurodivergent ist.
Wenn man gelernt hat, sich zu beobachten.
Sich anzupassen.
Sich einzufügen.
Zu funktionieren.
Dann kommt irgendwann vielleicht der Moment, an dem man merkt, wie unglaublich anstrengend das eigentlich ist.
Und genau deshalb wollte ich einen Ort schaffen, an dem einfach sein darf, was gerade ist.
Mal chaotisch.
Mal klar.
Mal laut.
Mal leise.
Mal voller Antworten.
Mal voller Fragen.
Denn genau so fühlt sich Leben doch oft an.
Zumindest meines.
Von Podcasts, chinesischer Metaphysik und einer Frage, die plötzlich auftauchte 🤔
Gestern habe ich wieder in einen Podcast hineingehört.
Einen von diesen Podcasts über chinesische Metaphysik.
Daneben gibt es noch ein, zwei andere, die ich gelegentlich höre. Da geht es um Zeitqualität, um astrologische Konstellationen, um Energien, die gerade wirken sollen.
Früher habe ich mich deutlich intensiver damit beschäftigt.
Da gab es Zeiten, in denen ich täglich mehreren Menschen "gefolgt" bin, die über solche Themen gesprochen haben.
Heute ist das anders.
Heute höre ich vielleicht mal hier hinein.
Vielleicht lese ich dort etwas.
Vielleicht schaue ich morgens kurz nach.
Nicht, weil es mein Leben bestimmt.
Sondern eher aus Interesse.
Aus Neugier.
Und heute Morgen saß ich da und fragte mich plötzlich:
Warum eigentlich?
Warum höre ich mir das an?
Warum lesen Menschen Horoskope?
Warum beschäftigen wir uns mit Astrologie?
Warum hören wir spirituellen Lehrern zu?
Warum interessieren uns Energien, Sternenkonstellationen, Zeitqualitäten und all diese Dinge?
Und noch spannender:
Warum machen Menschen das eigentlich schon seit Tausenden von Jahren?
Die Sehnsucht, das Leben einzuordnen 🌍
Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass es dabei gar nicht um Astrologie geht.
Oder um Metaphysik.
Oder um Spiritualität.
Zumindest nicht in erster Linie.
Vielleicht geht es um etwas ganz anderes.
Vielleicht geht es um eine zutiefst menschliche Sehnsucht.
Die Sehnsucht, das Leben zu verstehen.
Denn wenn wir ehrlich sind, ist das Leben manchmal ziemlich verwirrend.
Da läuft alles seinen gewohnten Gang.
Und plötzlich verändert sich etwas.
Eine Beziehung.
Ein Arbeitsplatz.
Eine Freundschaft.
Die Gesundheit.
Die finanzielle Situation.
Manchmal passiert etwas Unerwartetes.
Manchmal endet etwas.
Manchmal beginnt etwas Neues.
Und oft stehen wir mitten darin und fragen uns:
Warum?
Wofür?
Was soll das jetzt?
Und genau an diesem Punkt beginnt vermutlich unsere Suche nach Orientierung.
Es gab sie schon immer
Wenn wir einmal in die Geschichte schauen, dann finden wir diese Suche überall.
In jeder Kultur.
Zu jeder Zeit.
Es gab Schamanen.
Es gab Orakel.
Es gab Weise.
Es gab Heiler.
Es gab Menschen, die versucht haben, das Unsichtbare sichtbar zu machen.
Menschen, die Zusammenhänge erklärt haben.
Menschen, die Hinweise gegeben haben.
Menschen, die Orientierung angeboten haben.
Und vielleicht brauchen wir genau das.
Nicht unbedingt die Antwort.
Sondern das Gefühl, dass da ein größerer Zusammenhang sein könnte.
Dass unser Leben Sinn ergibt.
Dass die Dinge nicht völlig zufällig passieren.
Ich weiß nicht, wie du das siehst.
Vielleicht siehst du das ganz anders.
Und das ist vollkommen in Ordnung.
Ich teile hier lediglich meine Gedanken.
Denn ich merke immer wieder, dass diese Frage mich beschäftigt.
Vielleicht geht es gar nicht um die Sterne ✨
Und während ich heute Morgen so darüber nachgedacht habe, wurde mir etwas bewusst.
Vielleicht liegt die eigentliche Kraft dieser Dinge gar nicht darin, ob sie objektiv wahr oder beweisbar sind.
Vielleicht liegt die Kraft woanders.
Vielleicht liegt sie in dem Moment, in dem wir etwas lesen und denken:
„Ja. Genau so fühlt sich das gerade an.“
Kennst du das?
Du liest einen Text.
Du hörst einen Podcast.
Du bekommst irgendwo einen Impuls.
Und plötzlich findest du Worte für etwas, das du schon längst gespürt hast.
Nicht der Text erzeugt das Gefühl.
Es war bereits da.
Aber mit einmal wird es sichtbar.
Mit einmal bekommt es eine Sprache.
Mit einmal kannst du es greifen.
Und genau das finde ich spannend.
Denn wir tragen viel mehr Wissen in uns, als wir glauben.
Orientierung oder Abhängigkeit?
Und hier wird es interessant.
Denn natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Orientierung und Abhängigkeit.
Ich finde viele dieser Ansätze unglaublich spannend.
Astrologie.
Zeitqualität.
Spirituelle Impulse.
Karten.
Metaphysische Betrachtungsweisen.
All das kann inspirieren.
All das kann neue Perspektiven eröffnen.
All das kann helfen.
Aber ich glaube nicht, dass es darum geht, die eigene Verantwortung abzugeben.
Ich glaube nicht, dass es darum geht, Entscheidungen an irgendwelche Sternenkonstellationen auszulagern.
Oder blind zu übernehmen, was andere sagen.
Sondern vielmehr darum, diese Dinge als das zu nutzen, was sie vielleicht sein können:
Hilfsmittel.
Werkzeuge.
Türöffner.
Möglichkeiten, sich selbst besser wahrzunehmen.
Denn letztlich musst du immer selbst fühlen.
Selbst prüfen.
Selbst spüren.
Selbst entscheiden.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Aufgabe.
Nicht den Antworten im Außen zu folgen.
Sondern über sie wieder Zugang zu den Antworten in dir selbst zu bekommen.
Wir wissen viel mehr, als wir glauben 🌿
Je älter ich werde, desto mehr weiß ich, dass wir vieles bereits "wissen".
Nicht unbedingt mit dem Verstand.
Aber irgendwo in uns.
Da gibt es oft dieses leise Gefühl.
Diese Ahnung.
Dieses Gespür.
Diese innere Stimme.
Das Problem ist nur:
Sie geht oft unter.
Im Alltag.
Im Lärm.
Im Funktionieren.
Im Analysieren.
Im Denken.
Im Müssen.
Und vielleicht sind genau deshalb all diese Hilfsmittel so beliebt.
Weil sie uns manchmal daran erinnern, wieder hinzuhören.
Wieder innezuhalten.
Wieder wahrzunehmen.
Wieder bei uns selbst anzukommen.
Und vielleicht ist das heute Morgen meine wichtigste Erkenntnis gewesen.
Dass es am Ende gar nicht darum geht, ob wir an Astrologie glauben.
Oder an Spiritualität.
Oder an Zeitqualitäten.
Sondern darum, ob uns etwas dabei hilft, wieder mehr mit uns selbst in Verbindung zu kommen.
Denn egal welchen Weg wir wählen:
Am Ende führt jeder wirklich hilfreiche Weg immer wieder zurück zu uns selbst.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Reise. ✨
Teil 2 – Wenn der Verstand alles verstehen will 🧠🌿
Und genau an dieser Stelle kam heute Morgen noch ein weiterer Gedanke dazu.
Eigentlich sogar mehrere gleichzeitig.
Wie so oft.
Kennst du das?
Du beschäftigst dich mit einer Frage und plötzlich gehen davon zehn neue Wege ab.
Wie bei einem riesigen Autobahnkreuz.
Du wolltest ursprünglich nur einen Gedanken verfolgen und mit einmal stehst du da und merkst, dass alles miteinander verbunden ist.
So ging es mir heute Morgen auch.
Denn während ich über Astrologie, Zeitqualität, spirituelle Impulse und all diese Dinge nachgedacht habe, wurde mir bewusst, dass sie vielleicht noch eine ganz andere Funktion haben.
Eine, über die wir viel zu selten sprechen.
Sie helfen uns manchmal dabei, Dinge auszuhalten.
Und das finde ich unglaublich spannend.
Die meisten Menschen wollen verstehen
Wenn etwas in unserem Leben passiert, möchten wir verstehen.
Das ist erst einmal völlig normal.
Da taucht ein Problem auf.
Also suchen wir nach einer Lösung.
Da entsteht eine Schwierigkeit.
Also versuchen wir herauszufinden, woher sie kommt.
Da ist ein unangenehmes Gefühl.
Also wollen wir wissen, warum es da ist.
Wir sind darauf trainiert.
Von klein auf.
Wenn etwas nicht funktioniert, wird es repariert.
Wenn etwas schmerzt, wird die Ursache gesucht.
Wenn etwas nicht läuft, muss eine Lösung her.
Und das ergibt ja auch durchaus Sinn.
In vielen Bereichen unseres Lebens.
Nur funktioniert das nicht immer.
Nicht jede Situation lässt sich sofort lösen.
Nicht jede Emotion lässt sich sofort verändern.
Nicht jede Lebensphase lässt sich beschleunigen.
Manchmal befinden wir uns einfach mitten in einem Prozess.
Und genau das fällt vielen Menschen schwer.
Mir übrigens auch.
Besonders dann, wenn der Kopf niemals Pause macht
Vielleicht kennst du das von dir selbst.
Gerade neurodivergente Menschen erzählen mir das immer wieder.
Und ich kenne es auch aus meinem eigenen Leben.
Da passiert etwas.
Und sofort beginnt der Verstand zu arbeiten.
Warum?
Wieso?
Weshalb?
Woher kommt das?
Was bedeutet das?
Was muss ich tun?
Wie löse ich das?
Wie verhindere ich das?
Wie komme ich da wieder raus?
Der Kopf läuft auf Hochtouren.
Und manchmal entsteht dabei etwas Interessantes.
Je mehr wir versuchen, etwas zu verstehen, desto weiter entfernen wir uns von dem eigentlichen Erleben.
Wir denken über unsere Gefühle nach.
Anstatt sie zu fühlen.
Wir analysieren unsere Unsicherheit.
Anstatt wahrzunehmen, dass sie gerade da ist.
Wir suchen nach Erklärungen.
Während das Leben einfach passiert.
Vielleicht ist das eigentliche Problem gar nicht das Problem
Während ich das hier schreibe, muss ich gerade schmunzeln.
Denn vielleicht ist genau das manchmal unser größtes Problem.
Nicht die Situation selbst.
Sondern dass wir sie nicht sofort lösen können.
Dass wir sie nicht sofort verstehen.
Dass wir sie nicht sofort einordnen können.
Ich erlebe das immer wieder.
Bei mir.
Bei Menschen, die ich begleite.
Bei Freunden.
Bei Familie.
Da taucht etwas auf.
Eine Unruhe.
Eine Unsicherheit.
Eine Veränderung.
Und fast automatisch beginnt die Suche.
Was kann ich tun?
Was muss ich verändern?
Welche Entscheidung muss ich treffen?
Welchen nächsten Schritt muss ich gehen?
Dabei wäre die ehrlichste Antwort manchmal:
Gar keinen.
Die Kunst des Nicht-Handelns
Das klingt erst einmal merkwürdig.
Vielleicht sogar unbequem.
Denn wir leben in einer Welt, in der Aktivität oft höher bewertet wird als Wahrnehmung.
Tun ist sichtbar.
Handeln wirkt produktiv.
Aktion vermittelt Kontrolle.
Aber was ist, wenn gerade gar keine Aktion erforderlich ist?
Was ist, wenn eine Situation einfach Zeit braucht?
Was ist, wenn ein innerer Prozess gerade wichtiger ist als äußere Bewegung?
Ich glaube, genau deshalb finden viele Menschen Trost in Dingen wie Astrologie, Zeitqualitäten oder spirituellen Betrachtungsweisen.
Nicht unbedingt, weil sie Antworten liefern.
Sondern weil sie manchmal die Erlaubnis geben, nicht sofort handeln zu müssen.
Zu sagen:
"Vielleicht ist gerade einfach eine Phase des Wartens."
"Vielleicht muss ich das gerade noch nicht entscheiden."
"Vielleicht darf ich erst einmal beobachten."
Und alleine das kann unglaublich entlastend sein.
Beobachten statt zerpflücken
Ich glaube, wir haben verlernt zu beobachten.
Oder besser gesagt:
Wir springen oft viel zu schnell zum Analysieren.
Dabei liegt dazwischen ein riesiger Unterschied.
Beobachten bedeutet:
Etwas wahrnehmen.
Analysieren bedeutet:
Etwas auseinandernehmen.
Und manchmal zerlegen wir unsere Gefühle so lange in Einzelteile, bis wir den eigentlichen Kontakt dazu verloren haben.
Dann wird aus einer einfachen Traurigkeit plötzlich ein Projekt.
Aus einer Unsicherheit eine Forschungsarbeit.
Aus einer Lebensphase eine Daueranalyse.
Und währenddessen vergessen wir vielleicht, einfach mal zu bemerken:
Ach.
Da ist gerade Traurigkeit.
Ach.
Da ist gerade Unsicherheit.
Ach.
Da ist gerade Angst.
Mehr nicht.
Einfach nur wahrnehmen.
Das fällt vielen Menschen unglaublich schwer
Und ich glaube, das hat einen einfachen Grund.
Wir haben es nie gelernt.
Wir lernen rechnen.
Wir lernen schreiben.
Wir lernen Regeln.
Wir lernen Berufe.
Aber wir lernen selten, mit uns selbst in Kontakt zu sein.
Wir lernen selten, unsere inneren Vorgänge wahrzunehmen.
Und schon gar nicht lernen wir, dass wir nicht jede Emotion sofort verändern müssen.
Dass wir nicht jeden Zustand sofort optimieren müssen.
Dass wir nicht jede Schwierigkeit sofort beseitigen müssen.
Dabei beginnt Veränderung oft genau dort.
Bei diesem ersten einfachen Schritt.
Zu bemerken:
Das ist gerade da.
Vielleicht sind genau deshalb Hilfsmittel so wertvoll
Und da schließt sich für mich wieder der Kreis.
Denn vielleicht nutzen wir all diese Dinge gar nicht deshalb, weil wir Antworten suchen.
Vielleicht nutzen wir sie, weil sie uns helfen, Fragen auszuhalten.
Vielleicht helfen sie uns dabei, einen Schritt zurückzutreten.
Vielleicht schaffen sie Abstand.
Vielleicht eröffnen sie eine neue Perspektive.
Vielleicht erinnern sie uns daran, dass wir nicht jede Bewegung unseres Lebens kontrollieren müssen.
Und vielleicht liegt genau darin ihre eigentliche Kraft.
Nicht in der Vorhersage.
Nicht in der Erklärung.
Sondern in der Einladung, bewusster wahrzunehmen.
Der erste Schritt ist oft viel einfacher, als wir denken 🌿
Und weißt du, woran mich das alles heute Morgen erinnert hat?
An etwas, das ich in meiner Arbeit immer wieder beobachte.
Menschen glauben oft, sie müssten sofort tief in ihre Gefühle eintauchen.
Sie müssten sofort verstehen.
Sofort analysieren.
Sofort verändern.
Dabei beginnt alles viel einfacher.
Mit einem kurzen Innehalten.
Mit einem Moment.
Mit einem bewussten Stopp mitten im Alltag.
Einfach stehen bleiben.
Einfach sitzen bleiben.
Einfach wahrnehmen.
Nicht mehr.
Nicht weniger.
Und genau darüber möchte ich im nächsten Teil schreiben.
Darüber, wie wir überhaupt wieder lernen können, uns selbst wahrzunehmen.
Nicht theoretisch.
Nicht kompliziert.
Sondern ganz praktisch.
Mitten im Alltag.
Mitten im Leben.
Mitten in dem Moment, der gerade da ist. 🌿✨
Teil 3 – Wieder bei dir ankommen: Die Kunst des Innehaltens 🌿☕
Und genau da wird es eigentlich erst richtig spannend.
Denn wenn wir feststellen, dass wir nicht alles sofort verstehen müssen, wenn wir erkennen, dass nicht jede Schwierigkeit unmittelbar gelöst werden muss, dann stellt sich irgendwann eine ganz praktische Frage:
Was machen wir stattdessen?
Denn seien wir ehrlich.
Das klingt alles schön.
"Innehalten."
"Wahrnehmen."
"Bei sich ankommen."
Das lesen wir mittlerweile überall.
Aber was bedeutet das eigentlich konkret?
Wie macht man das?
Vor allem dann, wenn im Kopf gerade Chaos herrscht.
Wenn die Gedanken kreisen.
Wenn das Nervensystem auf Hochtouren läuft.
Wenn tausend Dinge gleichzeitig Aufmerksamkeit wollen.
Wenn das Leben gerade alles andere als ruhig ist.
Und genau darüber habe ich heute Morgen nachgedacht.
Weil ich glaube, dass wir uns das manchmal viel komplizierter machen, als es eigentlich ist.
Du musst nicht sofort meditieren 🧠
Vielleicht kennst du das.
Jemand sagt:
"Du musst mehr auf dich hören."
Oder:
"Nimm dir mal Zeit für dich."
Oder:
"Komm mehr ins Fühlen."
Und schon entsteht innerlich Druck.
Weil viele Menschen sofort denken:
Okay.
Dann muss ich mich jetzt eine Stunde hinsetzen.
Meditieren.
Räucherstäbchen anzünden.
Musik anmachen.
In die Stille gehen.
Und wenn ich das nicht schaffe, mache ich es falsch.
Dabei glaube ich, dass das oft gar nicht der erste Schritt ist.
Vor allem nicht für Menschen, deren Gedanken ohnehin schon ständig unterwegs sind.
Für viele neurodivergente Menschen kann allein die Vorstellung von einer Stunde still sitzen schon Stress erzeugen.
Manche können das wunderbar.
Andere überhaupt nicht.
Und beides ist vollkommen in Ordnung.
Der erste Schritt ist viel kleiner
Ich glaube, der erste Schritt beginnt oft ganz woanders.
Mit einem kurzen Stopp.
Wirklich nur das.
Einem Moment.
Einem bewussten Anhalten.
Mitten im Alltag.
Mitten zwischen zwei Terminen.
Mitten im Chaos.
Mitten im Leben.
Vielleicht stehst du gerade in der Küche.
Vielleicht bist du im Büro.
Vielleicht läufst du durch die Stadt.
Vielleicht sitzt du im Auto.
Vielleicht wartest du irgendwo.
Und plötzlich erinnerst du dich:
Ach ja.
Da war doch was.
Ich wollte doch lernen, mich wahrzunehmen.
Und dann reicht manchmal schon dieser eine Moment.
Dieses bewusste:
Stopp.
Einfach nur stehen bleiben
Das klingt fast lächerlich einfach.
Und genau deshalb wird es oft unterschätzt.
Einfach kurz stehen bleiben.
Nicht weiterlaufen.
Nicht sofort das nächste machen.
Nicht direkt wieder zum Handy greifen.
Nicht sofort den nächsten Gedanken verfolgen.
Sondern wirklich nur:
Stopp.
Hier bin ich.
Jetzt gerade.
In diesem Moment.
Und während ich das schreibe, fällt mir etwas auf.
Eigentlich machen wir das ständig.
Nur unbewusst.
Wenn wir an einem Schaufenster vorbeigehen.
Wenn wir unser Spiegelbild sehen.
Wenn wir irgendwo unser eigenes Gesicht entdecken.
Fast jeder Mensch reagiert darauf.
Man richtet die Kleidung.
Fährt sich durchs Haar.
Richtet die Schultern auf.
Schaut kurz hin.
Nimmt sich wahr.
Und vielleicht könnte genau das eine Erinnerung sein.
Nicht nur das Äußere wahrzunehmen.
Sondern auch das Innere.
Wo bin ich eigentlich gerade?
Das ist oft die erste Frage.
Nicht philosophisch.
Nicht spirituell.
Nicht tiefgründig.
Ganz praktisch.
Wo bin ich gerade?
Was mache ich gerade?
Wie fühlt sich mein Körper gerade an?
Und wenn du magst, kannst du genau jetzt einmal kurz schauen.
Nicht morgen.
Nicht später.
Nicht irgendwann.
Jetzt.
Wo sind deine Füße?
Berühren Sie den Boden?
Spürst du sie überhaupt?
Spürst du deine Beine?
Deinen Rücken?
Deine Schultern?
Deinen Kiefer?
Vielleicht merkst du gerade erst, dass du die Zähne zusammenbeißt.
Vielleicht bemerkst du, dass die Schultern irgendwo in Richtung Ohren gewandert sind.
Vielleicht stellst du fest, dass du seit einer Stunde die Luft anhältst.
Ja, auch das passiert öfter, als man glaubt.
Der Körper spricht die ganze Zeit
Das Faszinierende ist ja:
Unser Körper spricht ununterbrochen mit uns.
Nur hören wir oft nicht hin.
Oder wir haben verlernt hinzuhören.
Oder wir sind so beschäftigt mit Denken, Planen, Organisieren und Funktionieren, dass die Signale irgendwo untergehen.
Dabei ist da ständig Information.
Die Schultern erzählen etwas.
Der Magen erzählt etwas.
Die Atmung erzählt etwas.
Die Spannung im Nacken erzählt etwas.
Die Müdigkeit erzählt etwas.
Die Unruhe erzählt etwas.
Selbst der Hunger erzählt etwas.
Und vielleicht beginnt Selbstwahrnehmung genau dort.
Nicht bei den großen Lebensthemen.
Nicht bei den tiefsten Emotionen.
Sondern bei ganz einfachen Dingen.
Vielleicht hast du Hunger
Das klingt jetzt fast lustig.
Aber ich meine das ernst.
Wie oft merken insbesondere neurodivergente Menschen erst viel zu spät, dass sie Hunger haben?
Dass sie Durst haben?
Dass sie eigentlich eine Pause brauchen?
Dass sie seit Stunden sitzen?
Dass sie frische Luft brauchen?
Dass sie erschöpft sind?
Dass sie überfordert sind?
Gerade neurodivergente Menschen berichten mir das immer wieder.
Weil die Aufmerksamkeit oft so stark nach außen oder auf bestimmte Themen gerichtet ist, dass die Signale des Körpers erst sehr spät wahrgenommen werden.
Deshalb kann der zweite Schritt manchmal sein:
Nicht nach Gefühlen zu fragen.
Sondern nach Bedürfnissen.
Was brauche ich gerade?
Wasser?
Ruhe?
Bewegung?
Essen?
Frische Luft?
Ein Gespräch?
Alleinsein?
Gefühle kommen oft erst später 💛
Und dann, irgendwann, wenn du geübter wirst, kannst du vielleicht noch einen Schritt weitergehen.
Dann kommt die Frage:
Was fühle ich eigentlich gerade?
Und auch hier muss es nicht kompliziert sein.
Vielleicht bist du genervt.
Vielleicht traurig.
Vielleicht unsicher.
Vielleicht aufgeregt.
Vielleicht freust du dich.
Vielleicht bist du einfach nur müde.
Mehr braucht es manchmal gar nicht.
Es geht nicht darum, sofort die Ursache zu finden.
Nicht darum, alles zu analysieren.
Nicht darum, die perfekte Erklärung zu haben.
Nur wahrnehmen.
Ach.
Das ist gerade da.
Das Leben passiert jetzt
Während ich diese Zeilen schreibe, merke ich wieder, wie oft wir glauben, erst etwas verändern zu müssen, bevor wir leben dürfen.
Erst muss das Problem weg.
Erst muss die Unsicherheit weg.
Erst muss die Angst weg.
Erst muss die Überforderung weg.
Dann kann ich leben.
Dann kann ich glücklich sein.
Dann kann ich zur Ruhe kommen.
Aber was ist, wenn das Leben die ganze Zeit passiert?
Jetzt.
In diesem Moment.
Mit der Unruhe.
Mit den Fragen.
Mit den Unsicherheiten.
Mit den offenen Baustellen.
Mit den Dingen, die noch nicht geklärt sind.
Vielleicht besteht die eigentliche Kunst gar nicht darin, alles zu lösen.
Vielleicht besteht sie darin, da zu sein.
Für das, was gerade da ist.
Genau darum geht es eigentlich 🌿✨
Und vielleicht schließt sich damit der Kreis zu meiner ursprünglichen Frage von heute Morgen.
Warum nutzen wir Astrologie?
Warum beschäftigen wir uns mit Spiritualität?
Warum lesen wir Zeitqualitäten?
Warum suchen wir Orientierung?
Vielleicht nicht, weil wir Antworten brauchen.
Vielleicht nicht, weil wir die Zukunft kennen wollen.
Vielleicht nicht einmal, weil wir verstehen wollen.
Sondern weil wir uns selbst suchen.
Weil wir immer wieder versuchen, Zugang zu etwas in uns zu bekommen.
Zu dieser inneren Stimme.
Zu diesem Gespür.
Zu diesem Wissen, das irgendwo da ist.
Leise.
Unaufdringlich.
Oft überhört.
Und vielleicht sind all diese Hilfsmittel einfach verschiedene Wege dorthin.
Türöffner.
Wegweiser.
Impulse.
Nicht mehr.
Aber auch nicht weniger.
Und wenn sie uns helfen, wieder bei uns anzukommen, wieder wahrzunehmen, wieder zu fühlen, wieder mit uns selbst in Verbindung zu kommen, dann haben sie vielleicht ihren Zweck bereits erfüllt.
Denn am Ende führt jeder Weg, der wirklich hilfreich ist, immer wieder an denselben Ort zurück.
Zu dir selbst.
Und vielleicht reicht genau das für heute.
Einmal kurz innehalten.
Einmal kurz wahrnehmen.
Einmal kurz bemerken:
Ich bin da.
Hier.
Jetzt.
Mit allem, was gerade dazugehört.
Und das ist vielleicht schon viel mehr, als wir oft glauben. ☕🌿✨