Authentisch sein – und wer entscheidet eigentlich, was das bedeutet?

Was heißt authentisch sein ? Echt und neurodivergent - Praxis Martina Wilke ZeitRaum Neurodivergenz

Authentisch sein – und wer entscheidet eigentlich, was das bedeutet? 🌿✨


Ein besonders nachdenklicher Moment

Und ja, es ist gerade wieder so ein besonderer, besonders nachdenklicher Moment. 😊

Einer von diesen Momenten, in denen ich morgens wach werde und die Gedanken eigentlich schon längst wach sind. Nicht als ein einzelner Gedanke. Nicht als eine klare Erkenntnis, die plötzlich da ist. Sondern eher wie etwas, das sich schon seit Tagen weiterentwickelt, verändert, verzweigt und immer neue Fragen aufwirft. 🌿


Wenn ich diesem Ganzen eine Überschrift geben müsste, dann wären es wahrscheinlich Worte wie Authentizität, echt sein, ehrlich mit sich selbst sein, Beinflussbarkeit, Bewertung, Wahrnehmung und vermutlich noch viele andere Begriffe, die alle irgendwo mit hineingehören. 🤔✨


Ich bin mit diesen Gedanken wieder wach geworden.

Und eigentlich begleiten sie mich schon seit einigen Tagen.


Vor einiger Zeit habe ich etwas aufgenommen. Einfach für mich. Fast eine Stunde lang habe ich gesprochen. Ohne Konzept. Ohne Plan. Ohne mir Gedanken darüber zu machen, ob das nun besonders strukturiert ist oder ob es irgendeinem roten Faden folgt.


Ich habe einfach gesprochen.

So wie Gedanken eben manchmal entstehen.

Und anschließend habe ich diese Aufnahme wieder verworfen.

Nicht weil ich etwas Schlimmes gesagt hätte.

Nicht weil ich etwas bereut hätte.

Sondern weil etwas ganz anderes passiert ist.


Während ich gesprochen habe, hat das Gesagte selbst in mir wieder etwas ausgelöst. 💫

Es hat mich selbst zum Nachdenken gebracht.


Und plötzlich saß ich da und habe mich gefragt, ob ich das überhaupt veröffentlichen möchte. Ob ich das wirklich nach außen tragen möchte. Ob ich das so stehen lassen kann.

Dabei habe ich weder Millionen von Followern noch Tausende. Nicht einmal Hunderte. 😊


Und gleichzeitig merke ich, dass ich oft gar nicht weiß, ob das jemals mein Ziel war.

Natürlich freue ich mich über Menschen, die lesen, zuhören oder sich von meinen Gedanken angesprochen fühlen.

Natürlich freue ich mich darüber. 💜Über jeden einzelnen, der irgendetwas für sich mitnehmen kann !


Aber war das jemals der eigentliche Grund?

Ich weiß es nicht.

Und damit sind wir eigentlich schon mitten im Thema.


Ich würde manchmal gerne mehrstimmig sprechen können 🌈


Es ist wieder einmal so, dass ich einfach das ausspreche, was gerade in meinem Kopf entsteht.

Die Bilder.

Die Gedanken.

Die Fragen.

Das, was vorher schon da war.

Das, was jetzt da ist.

Und das, was sich wahrscheinlich auch noch weiterentwickeln wird. 🌿✨

Denn ich würde manchmal wirklich gerne mehrstimmig sprechen können.

Wirklich. 😊


Ich bin viele Gedanken.

Ich bin viele Seiten.

Ich bin vielschichtig.

Genau wie du.

Genau wie jeder andere Mensch auch. 🌈


Und manchmal bringt mich das regelrecht zur Verzweiflung, weil ich gar nicht ausdrücken kann, wie es in meinem Inneren aussieht.


Wenn ich etwas erzähle, dann kann ich immer nur einen Ausschnitt davon zeigen.

Eine Stimme.

Einen Blickwinkel.

Eine Perspektive.


Dabei fühlt es sich oft eher an wie ein Chor. 🎶

Ein Chor mit ganz unterschiedlichen Stimmen.

Mit unterschiedlichen Tonlagen.

Mit unterschiedlichen Melodien.


Und wenn dann jede Stimme ihr eigenes Lied singt und gleichzeitig noch ein ganzes Orchester mitspielt, in dem jedes Instrument ebenfalls seine eigene Melodie verfolgt, dann entsteht etwas, das von außen vermutlich wie völliges Chaos aussieht. 🎻🎺🎹

Ein riesiges Kuddelmuddel.

Ein Durcheinander.


Und gleichzeitig ist es das irgendwie überhaupt nicht.

Denn trotz aller Unterschiedlichkeit hängt alles miteinander zusammen.

In meinem Inneren laufen die Fäden trotzdem an einem Punkt zusammen.


Während ich darüber nachgedacht habe, kam mir das Bild eines Baumes. 🌳

Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr mag ich dieses Bild.

Da ist der Stamm.

Etwas Verbindendes.

Etwas Tragendes.

Etwas, das allem Halt gibt.


Und gleichzeitig breiten sich die Wurzeln tief in die Erde aus. Sie verzweigen sich, geben Stabilität, halten fest und sorgen dafür, dass der Baum auch bei Sturm stehen bleiben kann. 🍂🌳

Und dann gibt es die Äste.

Die Zweige.

Die Blätter.

All das, was sich weit ausbreitet und dem Himmel entgegenstreckt. ✨

Beides gehört zusammen.

Beides ist Teil desselben Baumes.

Und vielleicht beschreibt genau dieses Bild ziemlich gut, wie es manchmal in mir aussieht.

Denn irgendwie ist alles da.


Was bedeutet authentisch sein eigentlich wirklich? 🤔


Und genau dort beginnt die Frage, die mich gerade beschäftigt.

Was bedeutet authentisch sein eigentlich?

Ich meine das wirklich ernst.

Was heißt das?

Was gehört dazu?

Was braucht es?


Gehört dazu, offen über die eigene Geschichte zu sprechen?

Gehört dazu, Fragen zu beantworten?

Gehört dazu, keine Geheimnisse zu haben?

Oder darf es Dinge geben, die man bewusst für sich behält?

Und wenn ja, macht einen das dann automatisch weniger authentisch?

Ich weiß es nicht. 🌿


Und genau deshalb beschäftigt mich diese Frage gerade so sehr.

Denn in dieser Aufnahme, die ich letztlich wieder verworfen habe, habe ich sehr persönliche Dinge erzählt.

Ich habe von meiner Kindheit erzählt.

Von meinem Leben erzählt.

Von Erfahrungen erzählt, die mich geprägt haben.

Von einem Vater, der oft unberechenbar war.

Von Aggressionen, Strafen (wofür ?) in Form von Prügel (kein kleiner Klaps, wie es häufig verharmlost wird)

Von Situationen, die weit über das hinausgingen, was man heute vielleicht als normalen Erziehungsstil bezeichnen würde. 🍂


Von Vertrauensmissbrauch.

Von Tagebüchern, die gelesen wurden.

Von Dingen, über die sich lustig gemacht wurde.

Und ich könnte diese Liste noch lange fortsetzen.


Die eigentliche Frage ist nur:

Macht mich das authentisch?

Nur weil ich darüber spreche?

Oder hat Authentizität vielleicht mit etwas ganz anderem zu tun? 🤔✨




Ist etwas jemals wirklich vollständig verarbeitet? 🍂


Ich habe vieles davon für mich verarbeiten und integrieren können.

Es löst heute selten noch etwas in mir aus und existiert nur noch als traurige, unschöne Erinnerung. Die Intensität des damit einhergehenden Gefühls ist so gering und mit dem, was ich früher empfunden habe, nicht mehr zu vergleichen.


Natürlich könnte ich mich jederzeit wieder hineinbegeben.

Natürlich könnte ich alte Gefühle aktivieren.

Natürlich könnte ich Situationen hervorholen und mich wieder mitten hineinsetzen in all das, was damals war.

Das könnte wahrscheinlich jeder Mensch mit seinen eigenen Erfahrungen tun.

Aber weshalb sollte ich es tun ? Ich habe meinen Frieden damit gefunden. 🌿


Und trotzdem wäre es unehrlich zu behaupten, dass all diese Erfahrungen keinerlei Auswirkungen auf mein Leben gehabt hätten.

Natürlich haben sie das.

Wie sollte es auch anders sein?

Sie gehören zu meiner Geschichte.

Sie gehören zu meinem Weg.

Sie gehören zu dem Menschen, der ich heute bin.

Und deshalb kann ich auch nicht so tun, als hätte es sie nie gegeben.


Das Verhältnis zwischen Eltern und erwachsenen Kindern, wie man es sich vielleicht manchmal wünschen würde, ist nicht da.

Es gibt Phasen ohne Kontakt.

Es gibt Zeiten der Nähe und Zeiten der Distanz.

So wie jetzt auch wieder.


Und ganz ehrlich?

Ich bin fein damit. 🌿💜

Es ist sehr in Ordnung.

Es fühlt sich stimmig an.

Und gleichzeitig kommt genau an dieser Stelle wieder die nächste Frage.

Ist das authentisch, das zu sagen?


Oder würde jetzt vielleicht irgendjemand kommen und sagen:

„Ja, aber daran merkt man doch, dass es noch Thema ist.“

„Daran merkt man doch, dass da noch etwas nicht verarbeitet wurde.“

Vielleicht.

Möglicherweise.

Keine Ahnung. 🤔

Und doch tendenziell ein klares Doch, es ist für mich abgeschlossen.


Vielleicht gibt es Bereiche meines Lebens, in denen sich diese Erfahrungen bis heute zeigen.

Vielleicht gibt es Situationen, in denen sie eine Rolle spielen.

Vielleicht gibt es einen Teil in mir, der sich niemals zu hundert Prozent auf einen anderen Menschen einlassen wird.

Vielleicht gibt es irgendwo einen kleinen Rest von Misstrauen.

Vielleicht.

Ich weiß es nicht.

Und genau das ist der Punkt.

Ich weiß es wirklich nicht. ✨


Manchmal frage ich mich sogar, ob es überhaupt Dinge gibt, die jemals vollständig abgeschlossen sind.

Oder ob wir Menschen uns das einfach wünschen.

Weil es so schön eindeutig wäre.

Verarbeitet.

Abgeschlossen.

Erledigt.

Fertig.


Aber funktioniert Leben wirklich so?

Ich bin mir da nicht sicher. 🍂

Vielleicht gibt es Erfahrungen, die immer Teil unserer Geschichte bleiben.

Nicht als offene Wunde.

Nicht als Schmerz.

Nicht als etwas, das ständig Aufmerksamkeit braucht.

Sondern einfach als etwas, das dazugehört.


So wie die Jahresringe eines Baumes. 🌳

Sie sind da.

Sie erzählen eine Geschichte.

Aber der Baum wächst trotzdem weiter.


Muss man alles zeigen, um authentisch zu sein? 🌈


Und genau dort komme ich wieder zu dieser Frage zurück.

Was bedeutet Authentizität eigentlich konkret?

Heißt authentisch sein, alle Macken zu zeigen?

Alle Eigenarten?

Alle Vorlieben?

Alle Lichtseiten?

Alle Schattenseiten?


Heißt authentisch sein, sich überall und jederzeit mit allen Facetten zu zeigen?

Im privaten Umfeld?

Im beruflichen Umfeld?

Bei Freunden?

Bei Nachbarn?

In Beziehungen?

Beim Einkaufen in der Bäckerei? 😊


Wo verläuft diese Grenze eigentlich?

Und vor allem:

Wer entscheidet darüber?

Wer entscheidet, wann etwas authentisch ist und wann nicht?

Wer legt fest, welche Version von Authentizität die richtige ist?


Kann das überhaupt jemand beurteilen?

Außer ich selbst?

Und selbst da wird es schwierig.

Denn woran merke ich eigentlich, wann ich authentisch bin?

Woran merke ich, dass ich wirklich ich selbst bin?

Ist es ein Gefühl?

Ist es eine Haltung?

Ist es eine Entscheidung?

Oder ist es etwas ganz anderes?

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Fragen entstehen.

Und das Faszinierende daran ist, dass sich jede Antwort sofort wieder in neue Fragen verwandelt. 🚪✨


Immer wenn ich glaube, jetzt einer Antwort näherzukommen, öffnet sich die nächste Tür.

Und hinter dieser Tür wartet meistens keine Antwort.

Sondern die nächste Frage.

Genau das liebe ich übrigens so sehr. 😊

Dieses Beobachten.

Dieses Hinterfragen.

Dieses Schauen, was sich noch dahinter verbirgt.

Denn genau dort entstehen oft die spannendsten Erkenntnisse.


Alles ist irgendwo in uns gespeichert 🧩


Was mich bei all dem immer wieder beschäftigt, ist die Frage, wie wir überhaupt zu unseren Erkenntnissen kommen.

Denn eigentlich ist doch alles da.


Alles, was wir erlebt haben.

Alles, was wir gelernt haben.

Alles, was wir gelesen haben.

Alles, was wir gehört haben.

Alles, was wir gefühlt haben.

Irgendwo scheint es in uns gespeichert zu sein. 🧩✨


Auch wenn wir längst nicht auf alles bewusst zugreifen können.

Manchmal liegt eine Information jahrelang irgendwo in uns.

Still.

Unscheinbar.

Fast vergessen.


Und plötzlich passiert etwas.

Eine neue Erfahrung kommt hinzu.

Ein neuer Gedanke.

Eine neue Begegnung.

Eine neue Perspektive.

Und auf einmal ergibt alles Sinn.

Nicht weil die Information neu wäre.

Sondern weil sie jetzt reif geworden ist. 🌱


Weil etwas hinzugekommen ist, das sie vollständig macht.

Weil plötzlich Verbindungen entstehen.

Und genau so erlebe ich das immer wieder.

Wir lesen etwas.

Wir hören etwas.

Wir erleben etwas.


Und zunächst können wir überhaupt nichts damit anfangen.

Wir verstehen es nicht.

Wir sehen die Bedeutung nicht.

Wir erkennen nicht, warum es wichtig sein könnte.

Und Jahre später wird genau diese Information plötzlich wertvoll.

Weil jetzt etwas da ist, woran sie andocken kann.

Weil jetzt etwas in uns gewachsen ist.

Weil jetzt plötzlich ein Zusammenhang sichtbar wird. ✨


Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich manche Themen nie wirklich als abgeschlossen betrachte.

Weil sich die Dinge ständig neu zusammensetzen.

Weil immer wieder neue Blickwinkel hinzukommen.

Weil Erkenntnisse wachsen.

Und weil wir wachsen.

🌿💫


Kann man authentisch sein und gleichzeitig professionell? 🌿🤔


Und während ich über all diese Dinge nachgedacht habe, bin ich irgendwann bei einer weiteren Frage gelandet.

Einer Frage, die mich tatsächlich schon sehr lange begleitet.

Kann man authentisch sein und gleichzeitig professionell?


Oder anders gefragt:

Bedeutet Professionalität automatisch, möglichst wenig von sich selbst zu zeigen?

Ich erinnere mich noch gut an meine Ausbildung.

An Gespräche mit Kollegen.

An Fortbildungen.

An die vielen Diskussionen darüber, wie viel man von sich zeigen darf.

Wie viel Persönliches angemessen ist.

Wie viel Nähe sinnvoll ist.

Und wie viel Distanz notwendig sein sollte.

Das Thema therapeutische Abstinenz war dabei natürlich immer wieder präsent. 🌿


Und ich verstehe die Gedanken dahinter.

Wirklich.

Denn natürlich geht es in einer Begleitung nicht um mich.

Natürlich sollte der Fokus auf dem Menschen liegen, der Unterstützung sucht.

Natürlich darf es nicht darum gehen, die eigene Geschichte in den Mittelpunkt zu stellen.

Das ergibt für mich absolut Sinn.


Und trotzdem habe ich mich oft gefragt, wo genau diese Grenze eigentlich verläuft.

Denn wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich sie nie wirklich gefunden.

Nicht als klare Linie.

Nicht als etwas, das man einmal festlegt und das dann für immer gilt.


Vielleicht, weil Menschen nicht so funktionieren.

Vielleicht, weil Beziehungen nicht so funktionieren.

Vielleicht, weil Begegnungen nicht so funktionieren. ✨


Denn natürlich bin ich auch in meiner Arbeit immer ich.

Mit meinen Erfahrungen.

Mit meinen Werten.

Mit meiner Art zu denken.

Mit meiner Art wahrzunehmen.

Mit meiner Art, die Welt zu betrachten.

Wie sollte es auch anders sein?


Selbst wenn ich nichts Persönliches erzähle, bin ich doch da.

Mit allem, was mich ausmacht.

Mit allem, was ich erlebt habe.

Mit allem, was ich gelernt habe.

Mit allem, was mich geprägt hat.

Und deshalb frage ich mich manchmal, ob Authentizität vielleicht viel weniger damit zu tun hat, wie viel man von sich erzählt.

Und viel mehr damit, ob man ehrlich mit sich selbst ist. 💜


Ob man weiß, warum man etwas tut.

Warum man etwas sagt.

Warum man etwas nicht sagt.

Warum man eine Grenze setzt.

Oder warum man sie bewusst nicht setzt.


Wie frei sind wir eigentlich wirklich? 🍃


Und damit lande ich wieder bei einem Gedanken, der mich auch schon lange und immer wieder begleitet.

Nämlich bei der Frage nach Beeinflussbarkeit.

Nach Prägung.

Nach den Dingen, die uns zu dem Menschen machen, der wir heute sind.

Denn ganz ehrlich:

Wie frei sind wir eigentlich wirklich?

Wie viele unserer Überzeugungen haben wir tatsächlich selbst entwickelt?

Und wie viele haben wir übernommen?


Von unseren Eltern.

Von Lehrern.

Von Freunden.

Von unserer Kultur.

Von Büchern.

Von Ausbildungen.

Von Menschen, die wir bewundert haben.

Von Menschen, die wir ablehnen.

Von Erfahrungen.

Von Verletzungen.

Von Erfolgen.

Von Enttäuschungen.

Von all dem, was uns begegnet ist. 🌿


Wenn ich darüber nachdenke, wird mir immer wieder bewusst, wie viel Einfluss all diese Dinge auf uns haben.

Und gleichzeitig frage ich mich, ob das überhaupt etwas Schlechtes ist.

Vielleicht ist es einfach menschlich.

Vielleicht entsteht Entwicklung genau dadurch.

Vielleicht entstehen wir genau dadurch.

Nicht als völlig unabhängige Wesen.

Sondern als Menschen, die ständig lernen, aufnehmen, verändern und weiterentwickeln.

Und vielleicht beginnt Freiheit gar nicht dort, wo wir unbeeinflusst sind.

Vielleicht beginnt sie dort, wo wir uns unserer Einflüsse bewusst werden. ✨


Wo wir anfangen hinzuschauen.

Wo wir beginnen zu hinterfragen.

Wo wir uns fragen:

Glaube ich das wirklich?

Oder habe ich das irgendwann übernommen?

Passt das überhaupt noch zu mir?

Oder nicht?


Wir geben alle weiter, was wir selbst aufgenommen haben 🧩


Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass wir letztlich alle dasselbe tun.

Wir nehmen etwas auf.

Und wir geben etwas weiter.

Immer wieder.

Jeden Tag.


Lehrer tun das.

Mentoren tun das.

Therapeuten tun das.

Coaches tun das.

Autoren tun das.

Und eigentlich tun wir es alle.


Wir hören etwas.

Wir lesen etwas.

Wir erleben etwas.

Und irgendwann wird es Teil von uns.

Nicht eins zu eins.

Nicht unverändert.

Sondern durch unsere Erfahrungen gefiltert.

Durch unsere Persönlichkeit geprägt.

Durch unser Leben eingefärbt.

Und genau deshalb klingt dieselbe Information bei unterschiedlichen Menschen völlig unterschiedlich. 🌈


Nicht weil sie falsch oder richtig wäre.

Sondern weil jeder Mensch sie anders erlebt.

Anders versteht.

Anders weitergibt.

Und vielleicht ist das auch gut so.

Denn genau dadurch entstehen neue Blickwinkel.

Neue Zugänge.

Neue Möglichkeiten.


Vielleicht braucht ein Mensch genau diesen einen Satz von genau diesem einen Menschen, obwohl er denselben Gedanken vorher schon hundertmal gehört hat.

Und plötzlich macht es Klick. 🧩✨

Nicht weil die Information neu wäre.

Sondern weil der richtige Moment gekommen ist.


Sind wir nicht alle Suchende? 🌻


Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich, ob wir nicht letztlich alle auf derselben Suche sind.

Auch wenn sie unterschiedlich aussieht.

Auch wenn wir unterschiedliche Wege gehen.

Auch wenn wir unterschiedliche Worte dafür verwenden.


Vielleicht suchen wir alle nach ähnlichen Dingen.

Nach Orientierung.

Nach Sinn.

Nach Zugehörigkeit.

Nach Verständnis.

Nach Antworten.

Oder zumindest nach etwas, das sich wie eine Antwort anfühlt. 🌿✨


Vielleicht steckt hinter vielen Fragen letztlich dieselbe Frage.

Wer bin ich?

Warum bin ich hier?

Was ist mein Platz?

Was ist mein Weg?


Und vielleicht versuchen wir alle auf unsere Weise, Antworten darauf zu finden.

Auch diejenigen, die andere begleiten.

Auch diejenigen, die lehren.

Auch diejenigen, die beraten.

Auch diejenigen, die scheinbar schon angekommen sind.

Vielleicht suchen wir alle.

Nur auf unterschiedliche Weise.

Und vielleicht macht genau das uns menschlich. 💜


Sichtbarkeit, Reichweite und die Frage nach dem Zeigen 🌿


Und dann komme ich wieder zu dem Punkt zurück, an dem all diese Gedanken begonnen haben.

Zu der Frage, ob ich bestimmte Dinge überhaupt teilen möchte.

Ob ich bestimmte Gedanken veröffentlichen möchte.

Ob ich bestimmte Seiten von mir sichtbar machen möchte.


Denn natürlich leben wir in einer Zeit, in der Sichtbarkeit eine große Rolle spielt.

Reichweite.

Follower.

Algorithmen.

Marketing.

Strategien.


All diese Dinge sind da.

Und natürlich begegnen sie auch mir.

Immer wieder.

Da gibt es Empfehlungen.

Tipps.

Ratschläge.

Mach dies.

Zeig mehr davon.

Sprich häufiger darüber.

Positioniere dich klarer.

Sei eindeutiger.

Sei sichtbarer.

Und manchmal sitze ich da und denke:

Vielleicht haben sie recht. 😊


Vielleicht würde manches einfacher werden.

Vielleicht würden mehr Menschen erreicht werden.

Vielleicht würden die Zahlen steigen.

Vielleicht würde manches erfolgreicher wirken.

Und gleichzeitig merke ich, dass sich in mir etwas sträubt.


Nicht gegen Sichtbarkeit.

Nicht gegen Reichweite.

Nicht gegen Marketing.

Sondern gegen die Vorstellung, mich dafür verbiegen zu müssen.


Denn wenn ich eines gelernt habe, dann wahrscheinlich dies:

Ich kann vieles lernen.

Ich kann vieles verstehen.

Ich kann vieles ausprobieren.

Aber ich kann auf Dauer nicht jemand anderes sein.


Ich bin ich.

Mit all meinen Gedankensprüngen.

Mit all meinen Fragen.

Mit meinem Hinterfragen.

Mit meinem manchmal chaotischen Denken.

Mit meinem Bedürfnis, Dinge von mehreren Seiten zu betrachten. 🌈✨

Und vielleicht ist genau das etwas, das ich gar nicht verlieren möchte.


Die Grenze zwischen privater und beruflicher Martina 💜


Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb ich diese klare Trennung nie wirklich gefunden habe.

Die Grenze zwischen privater Martina und beruflicher Martina.

Natürlich gibt es sie.


Irgendwo.

In bestimmten Bereichen.

In bestimmten Themen.

In bestimmten Entscheidungen.

Aber sie fühlt sich für mich nie an wie eine Mauer.

Eher wie ein fließender Übergang. 🌿


Denn ich bin doch dieselbe Person.

Mit denselben Werten.

Derselben Wahrnehmung.

Derselben Art zu denken.

Derselben Art zu fühlen.


Natürlich zeige ich nicht überall alles.

Natürlich gibt es private Bereiche.

Natürlich gibt es Grenzen.

Aber trotzdem bin ich immer ich.


Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum ich nie besonders gut darin war, Rollen zu spielen.

Weil ich gar nicht das Bedürfnis habe, jemand anderes zu sein.

Weil ich nicht morgens aufstehe und beschließe, heute eine andere Version von mir selbst zu werden.

Sondern weil ich einfach versuche, möglichst ehrlich mit mir selbst zu sein. 💫


Nicht perfekt.

Nicht immer erfolgreich.

Aber ehrlich.


Vielleicht ist genau das Authentizität 🌿


Und während ich all diese Gedanken bewege, merke ich, dass ich immer noch keine endgültige Antwort habe.

Vielleicht werde ich sie auch nie haben.

Vielleicht gibt es diese eine Antwort gar nicht.

Vielleicht ist Authentizität nicht das vollständige Zeigen aller Facetten.

Nicht das Erzählen jeder Geschichte.

Nicht das Offenlegen jedes Gedankens.

Vielleicht ist Authentizität auch nicht völlige Transparenz.

Vielleicht bedeutet sie nicht, dass jeder Mensch alles über uns wissen muss.


Vielleicht bedeutet sie etwas viel Einfacheres.

Etwas viel Ruhigeres.

Vielleicht bedeutet sie, ehrlich hinzuschauen. 🌿

Sich selbst zu beobachten.

Sich selbst zu hinterfragen.


Zu erkennen, dass wir geprägt wurden.

Zu erkennen, dass wir beeinflusst wurden.

Zu erkennen, dass wir nicht alles wissen.

Zu erkennen, dass wir uns irren können.

Zu erkennen, dass wir uns verändern dürfen.

Und trotzdem unseren eigenen Weg zu gehen. ✨


Vielleicht bedeutet Authentizität genau das.

Dieses ehrliche Unterwegssein.

Dieses Zulassen von Fragen.

Dieses Eingestehen, dass nicht alles klar ist.

Dieses Vertrauen darauf, dass sich manches erst später zusammensetzt.


So wie einzelne Informationen.

Einzelne Erfahrungen.

Einzelne Begegnungen.

Einzelne Puzzleteile. 🧩💫


Bis irgendwann etwas Ganzes daraus entsteht.

Und vielleicht wird dieses Ganze nie vollständig fertig.

Vielleicht wächst es einfach weiter.

So wie ein Baum.

Mit neuen Ästen.

Neuen Blättern.

Neuen Jahresringen. 🌳🍂✨


Und vielleicht ist genau das vollkommen in Ordnung.

Vielleicht muss nicht alles abgeschlossen sein.

Vielleicht muss nicht alles beantwortet sein.


Vielleicht reicht es manchmal, die Fragen mitzunehmen und ihnen Raum zu geben.

Einfach zu beobachten, wohin sie führen.

Und genau das werde ich vermutlich weiterhin tun. 😊💜


Weiter beobachten.

Weiter hinterfragen.

Weiter eintauchen.

Weiter Türen öffnen. 🚪✨

Und vielleicht lasse ich diesen Gedanken jetzt einfach einmal bei dir.

Während ich selbst noch ein wenig weiter eintauche. 🌿💫💜

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